Gerd hilf deiner SPD.

Wenn ich als Liberaler die letzten Äußerungen von Gerhard Schröder, beispielsweise über den lupenreinen Demokraten, sein Engagement bei Gazpromund seine fehlende Moral als früherer Bundeskanzler schon als Dequalifikationsgründe für eine weitere politische Karriere in Deutschland für ausreichend hielte, um sein Gebaren am Wahltagabend 2005 mal gar nicht zu erwähnen, was müsste dann erst der „idealtypische“ SPDler , liebe Genossinnen und Genossen, was müsste dann der von seinem früheren „Genossen der Bosse“ halten? Weit gefehlt, wie ich gerade auf sueddeutsche.de lese:

Altkanzler als Wahlkampflokomotive: SPD will Schröder einspannen
Die niedersächsischen Sozialdemokraten wollen mit dem früheren Bundeskanzler um Stimmen werben vor der Landtagswahl im Januar 2008. Offenbar aus gutem Grund: Einer Umfrage unter Arbeitern zufolge gilt der “Genosse der Bosse“ als aussichtsreichster Kanzlerkandidat, den die SPD derzeit hat. (via)

Es fällt mir schon schwer, mich in einen von euch hineinzuversetzen, liebe Genossinen und Genossen. Aber das wäre doch wohl ein Austrittsgrund. Der Offenbarungseid für eine „Volkspartei“, keinen Kandidaten aufbieten zu können, der in der Bevölkerung populärer ist als ein Ausgedienter „Verräter“ aller hochgehaltenen Ideale seiner eigenen Partei? Sonst sprach man immer vom Regierungsbonus, wenn man bei Umfragen den Vorsprung der Regierungsparteien zu rechtfertigen versuchte. Bei CDU-CSU-SPD geht es offensichtlich eher um einen „Regierungsmalus„. Verkehrte Welt.