Urheberrecht: Mal was Neues

Gerade bin ich ausnahmsweise mal im Netz und im Fernsehen unterwegs: Ich habe mich kürzlich schon einmal anlässlich des Internet-Inkompetenz-Outings unserer Bundesminister und über den dringenden legislativen Nachholbedarf im Bereich des überholten Urheberrechts ausgelassen, auch aufgrund meines IP-Interesses ärgere ich mich in dem Bereich regelmäßig über die Liberale Fraktion. Dazu passend weist gerade Netzpolitik via Golem auf SERCI hin. Dieser Urheberrechts-Forschungsverband tagt gerade in Berlin und ein Wirtschaftswissenschaftler namens Rufus Pollock gab dort von sich:

Eine Art von Gegenentwurf lieferte im anschließenden Vortrag Rufus Pollock von der britischen Cambridge- Unversität. In einer komplexen Modellrechnung die alltägliche Faktoren wie Inflation und Bedeutungsverlust kultureller Güter berücksichtigt, kam er zu dem Schluss, dass die “optimale Dauer” des Urheberrechtsschutzes “knapp mehr als 14 Jahre” betragen würde – was der ursprünglichen Schutzdauer entspricht, die in der “Copyright-Klausel” der US-Verfassung vorgesehen war. Anhand von empirisch von Marktforschern ermittelten Daten konnte er die Plausibilität seines Modell zeigen. Ausgehend von seinen Forschungsergebnissen und den vielen Ungewissheiten, die in einer so komplexen Modellrechnung stecken, warnte er eindringlich davor, das Urheberrecht vorschnell zu verlängern.

Vorschlägen, den Urheberrechtsschutz für Musikaufnahmen rückwirkend zu verlängern, wie es die Musikindustrie in Europa fordert, erteilte er eine Absage. Eine Verlängerung sei immer eine “Einbahnstraße”; rückwirkend das Urheberrecht verkürzen zu wollen, sei ein hoffnungsloses Unterfangen. Ohne weitere empirische Belege gäbe es aber keine ausreichende Rechtfertigung für eine Verlängerung. Hingegen gäbe es viele gute Argumente für eine Verkürzung.

Wohlgemerkt, es geht bei den 14 Jahren hier nicht um Patentlaufzeiten (incl. dem Streit um Softwarepatente), sondern um den Urheberschutz. Letztgenannte Forderung, die Verlängerung dessen für Musik, ist ohnehin ein lobbyistisches Unding und hoffentlich kommt unser Bundestag durch wundersame Fügung einmal zum richtigen Schluss in dieser Frage. Die FDP vielleicht auch.

Und am Rande über das, was ich gerade im Fernsehen beobachte, Maybritt Illner:

Wer zum Teufel nochmal sucht sich die Podiumsdiskutanten bei Maybrit Illner aus? Es geht gerade im ZDF um die Angst vor dem Islam, ich habe eher den Eindruck, um die Angst vor allgemeiner „Überfremdung“, wie es von den Betroffenen oft genannt wird. Gar keine so schlechte Themenwahl, nach dem Boykott des Integrationsgipfels. Und dann sitzt da tatsächlich einer (Ekkehart Rotter) und erklärt den „Islam“ als „Nicht eine Religion, sondern eine Ideologie…“ und lässt sich Minutenlang über die Gefahr des Islam an sich aus. Zuviel Marx gelesen? Als Liberaler weiß man da neben der Meinungs- auch die Glaubensfreiheit sehr viel mehr zu schätzen. Gespannt bin ich mal auf die Redebeiträge von Wolfgang Schäuble, meinem Lieblingsdemokratiebeschützer, der gleich auch mal drankommen sollte. Ich bin ja mal gespannt, wie gut Anne Will sich in dieser Branche des verärgerter Sich-Nicht-Riechen-Könner auf einem Podium vor brav klatschendem Publikum Moderierens ihr Profil suchen wird.

Und natürlich… es musste ja kommen. Der hier schon einmal diskutierte Abschnitt aus dem Koran, der die Frau dem Mann untertan ordnet wird in einem Einspielfilm gezeigt.

Ich glaube, ich muss auf Freiheitsfreund dann doch noch ein Sideblog zum Ablassen von solchem spontanen Ärger einrichten, ob es jemand lesen wird oder nicht. Weiß noch nicht wie. Eigentlich passt es nicht ins Konzept. Ich dachte, die“Webfundstücke“ rechts unten würden dazu ausreichen.