Wissenschaftliche Artikel verwalten…

Ich verwende schon ziemlich lange JabRef, um meine gelesene Literatur zu sortieren und in irgendwelchen physikalischen Arbeiten verwenden zu können. Besonders für alle, die LaTeX als Textprogramm verwenden ist dieses kostenlose betriebssystemunabhängige Java-Programm empfehlenswert. Im Grunde genommen erzeugt es BibTeX-Datenbanken aus den eingepflegten Dokumenten incl. allem, was man fürs spätere Zitieren gebrauchen könnte und stellt diese vernünftig lesbar dar. Funktioniert soweit wunderbar. Für das Verwalten von Artikeln taugt diese Software aber leider meiner Ansicht nach nur bedingt, weil man Artikel nur schlecht nach Stichwörtern oder irgendeiner Systematik sortieren und wiederfinden kann und weil das bei vielen Artikel in JabRef ziemlich schnell unübersichtlich wird.

Jetzt habe ich vorhin ein bisschen recherchiert, um meinen Paperwust noch etwas auszubauen. Sciencemag bietet anscheinend zwar keinen komfortablen Downloadlink für die BibTeX-Einträge von Artikeln an, zumindest habe ich den auf die Schnelle nicht gefunden, dafür aber einen (Werbe-)Link auf einen Dienst namens CiteULike (Screenshots und Erklärungen auf Englisch gibt es bei Ariadne). Angeklickt, neugierig wie ich bin angemeldet und schon war der gefundene Artikel dort korrekt übernommen, noch ein Klick und ich hatte mein BibTeX, das mein JabRef problemlos verspeist hat.

Eigentlich hatte ich ja auch nach einem Programm gesucht, das eine vernünftige und am besten projektübergreifende Paper-/Artikelverwaltung als Applikation für den eigenen PC zustande bekommt. Denn genau diesem Thema hat sich vor einigen Tagen ein von mir gelesenes Weblog gewidmet (wann endlich endlich wird Googlereader mal erwachsen oder bekommt zumindest die fehlende Suchfunktion!), allerdings leider nur für Macs, dasselbe macht auch annamariamueller. Für Macs gibt es beispielsweise ein auf den ersten Blick klasse Programm namens Papers oder auch ein anderes, das ich gerne testen würde, BibDesk. Andererseits ist das anscheinend auch auf PC verfügbare und weit verbreitete EndNote nicht gerade billig und noch dazu scheint es auf MS Word abgestimmt zu sein, was ich ja mit LaTex gar nicht brauche.

Da ich vor kurzem schon einmal den Dienst bibsonomy ausprobiert hatte, war ich zuerst etwas misstrauisch gegenüber einer webbasierten Lösung wie auch CiteULike es ist. Bibsonomy frisst zwar alle möglichen Zitierformate, aber ist meinem Eindruck nach ein bisschen unflexibel und altbackener. Bei CiteULike lässt sich dagegen sogar die heruntergeladene PDF-Version des Papers privat online ablegen. Diese Funktionen machen es einem schon einfacher, von der Uni und von zu Hause aus synchron mit den Quellen arbeiten und recherchieren zu können.

Alle diese Systeme sind Online-Paperverwaltungs-Systeme mit Social Networking-Anspruch. Eine gute Komplettübersicht über solche Social Networking Webdienste mitsamt dem hier genannten CiteULike und dem Konkurrenten Connotea hat übrigens roxomatic als PDF-Tabelle auf seinem Blog veröffentlicht. Dabei beschränkt sich das Social Networking mehr oder weniger darauf, den anderen anzuzeigen, was man an interessanten wissenschaftlichen Veröffentlichungen gefunden hat, so wie es delicio.us etc. mit einfachen Web-Links machen. Das kann allerdings auch nervig sein. Ich überlege gerade noch, ob es für mich ein Ausschlusskriterium für die Nutzung von SiteULike ist, dass man dort (anscheinend) alles, was man eingibt für alle lesbar eingibt und keine Möglichkeit hat, etwas zu verstecken.

Ach ja, falls sich der eine oder andere gewundert hat, warum Freiheitsfreund zwischenzeitig etwas inaktiver scheint, falls sich der Wundernde für Physik interessiert, seien ihm die folgenden Papiere empfohlen: Auf meinem neuen CiteULike-Account.

Ich werde jetzt erst einmal CiteULike noch ein bisschen Testen, natürlich freue ich mich über Hinweise auf andere oder bessere Lösungen, seine Artikel zu sortieren! Vielleicht wäre das hier ja auch mal wieder ein Artikel, der eine Übersetzung ins Englische wert wäre. Mal sehen. Aber vielleicht dann eher ein evtl. in Kürze, wenn ich wieder mehr Zeit habe darauf aufbauender vernünftiger Review-Artikel für arme Nicht-Mac-User wie ich einer bin.