Wer hat Angst vor Google?

Sergey Brin at the Web 2.0 Conference 2005. Credit: James Duncan Davidson/O’Reilly Media, Inc. Unter Creative Commons Lizenz by 2.0Amy hat auf ihrem Blog bereits auf eine wirklich gut gemachte arte-Sendung aufmerksam gemacht: „Wer hat Angst vor Google“. Es geht dabei natürlich auch um das alte Thema Datenschutz, expandierendes Google, Google in allen Bereichen des Netzes, es wird sogar die These in den Raum gestellt, die Firma aus Mountain View mit der laut Alexa drittmeistbesuchten Website weltweit habe vor, das Internet zu übernehmen.

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens erfreut festgestellt, dass arte neuerdings wohl auch ein paar Sendungen online verfügbar macht, darunter auch das hervorragende Ratespiel Karambolage und arte Reportage. Leider nicht (mehr) diese Sendung, aber dafür gibt es sie nun woanders, ironischerweise auf Google Video.

Laut netzpolitik kommt der Film kommenden Samstag um 23.15 noch einmal auf Phoenix, aber wer braucht schon klassisches Fernsehen… Natürlich sollte man, wie dort in den Kommentaren angemerkt wurde, mit dem Stil von arte-Sendungen umgehen können, dann ist der Beitrag aber durchaus sehenswert und angenehmer zu konsumieren als eine Internetrecherche.

Ein kleiner Ausschnitt:

Sergey Brin […] und Larry Pages Vater war der erste, der an der Universität von Michigan seinen Doktor in Informatik machte. Die Jungs sind also mit Mathematik und Computern aufgewachsen. Man kann sie als Informatiker der zweiten Generation bezeichnen. [Schnitt] Was macht die Kultur dieses Unternehmens so einzigartig. Meiner Ansicht nach ist es die Tyrannei der Algorithmen. Für sie ist alles ein mathematisches Problem, das mit Hilfe des richtigen Algorithmus gelöst werden kann.

Natürlich verwendet Google Algorithmen. Natürlich ist ein Computer eine Rechenmaschine. Aber offensichtlich scheinen diese Gerätschaften doch ein paar Bedürfnisse der Menschen ganz gut zu erfüllen, die sie immer wieder bedienen. Ich habe den Eindruck, dass Google in den meisten Fällen einen sehr guten Instinkt dafür hat, was die Kunden von dem Unternehmen erwarten. Eine ganz andere Frage ist die der Gefahr entstehender Monopole. Als Nebeneffekt davon dann auch eine leichte Kontrollierbarkeit, wie sie dann beispielsweise Staaten wie China schamlos zur Zensur ausnutzen. Und natürlich der Datenschutzaspekt. Wenn man sich mal anschaut, welche Websites keinen Counter von Google Analytics verwenden (kleiner JavaScript-Schnipsel unten im Quellcode), dann sind das nur sehr wenige.

Da fällt mir gerade ein, dass ich mich doch heute erst wieder über Google geärgert habe. Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum die ansonsten doch ganz hellen Programmierer mit der Sprachauswahl bei ihrer Suchmaschine so einen Unsinn anstellen. Wenn ich in der Einstellung entscheide, ich möchte Ergebnisse in bestimmten Sprachen haben, dann sollte doch die Oberflächensprache meiner Meinung nach keinen Einfluss auf das Suchergebnis haben. Hat es aber.Ich hätte gerne einmal das Ergebnisranking meiner Anfrage völlig sprachunabhängig mit allen Seiten in den Sprachen, die ich angekreuzt habe. Englischsprachige Seiten mit deutschsprachiger Googleoberfläche zu suchen ist ja schon fast ein aussichtsloses Unterfangen. Am besten wären Schieberegler für die Prioritäten der Ergebnisse verschiedener Sprachen. Das macht die Blog-Suchmaschine Technorati mit dem Suchergebnisfilter nach Sprachen viel besser, weil transparent und einfach.

Sagt mal, am Rande, was habe ich eigentlich gemacht, dass ein paar Rechner der Nasa und einer US-Regierungsbehörde regelmäßig den Freiheitsfreund durchforsten? Gibt es dort irgendeine Art von Webarchiv-Projekt à la archive.org?