Akademische Schwäche

Wer hat das hier wohl geschrieben: „Aber alte Zöpfe werden ja bekanntlermaßen in den seltensten Fällen von denen abgeschnitten, die sie seit Jahren tragen„. Der Artikel beginnt selbst mit einem Zitat: „Es gab eine Zeit, wo es schien, als sei der Liberalismus zum Aussterben verurteilt, weil er keinen jungen Nachwuchs mehr hatte. Diese schlechteste Zeit ist vorbei. Es gibt wieder Jungliberale…“ (Friedrich Naumann, Grand monsieur der deutschen Liberalen, 1906)

Auch interessant, weil immer noch zutreffend:

„Übrigens leiden auf diesem Feld [der Jugendpolitik] alle politischen Jugendorganisationen an einer ‚akademischen Schwäche‘. Weil Schüler und Studenten in der Regel die meiste Zeit haben, sich politisch zu engagieren, dominieren sie auch die Inhalte. Das bodenständige Element der persönlichen Betroffenheit, z.B. bei kommunalpolitischen Entscheidungen, wird auf diese Weise häufig von abstrakten, eben akademischen Diskussionen verdrängt.“

Alle Zitate aus einem Beitrag von Guido Westerwelle, 1989 herausgegeben von Wolfgang Mischnick in einem Sammelband „Verantwortung für die Freiheit, 40 Jahre F.D.P.“ 1988 wechselte Westerwelle vom Amt des Bundesvositzenden der Jungen Liberalen in den Bundesvorstand der FDP. Und dann betrachte man mal, mit welchen Argumenten der mittlerweile Parteivorsitzende der FDP auf dem letzten FDP-Bundesparteitag die zahlreichen, sehr ausgereiften Änderungsanträge der Jungen Liberalen polemisch versenkt hat. Die Privatisierung des ZDF und Ausmistung der öffentlich Rechtlichen Fernsehsender (PDF) geht im heute ebenso zu weit, wie ihm die Abschaffung von Standesprivilegien, beziehen sie sich auf Rechtsanwälte oder Kaminkehrer, wenn es zu Entscheidungen kommt, nicht konservativ genug ist, oder wie der FDP-Führung als Ganzes eine wirkliche Reform des Urheberrechts zu innovativ ist.