Wrigley’s setzt auf Guerillamarketing

trnd: Wrighley’s Team WaldfruchtGuerillamarketing – beim Kaugummihersteller Wrigley’s vielleicht nicht mehr ganz das, was beispielsweise die Leadsängerin von „Wir sind Helden“ im aktuellen, lesenswerten Zeit-Leben, leider wohl nur auf Papier, an wirklichem Guerilla-Marketing aus deren Anfangszeit erzählt – ich habe übrigens immer wieder den Eindruck, Bands sind dann am besten, wenn sie noch nicht stromlinienförmig auf die Einfachheit eines Marktkonformen Lebens gekommen sind. À propos Zeit Leben: „Die Worte der Woche, die leider nicht gesagt wurden“ sind wirklich wunderbar und nun auch online zu finden. Besonders nett, weil so passend diesmal:

„Wenn wir alle Täter, die bei uns Unterschlupf gefunden haben, ausliefern würden, hätten wir ja viel zu tun.“Wladimir Putin zur Forderung Großbritanniens, den Hauptverdächtigen im Mordfall Litwinenko auszuliefern

Zurück zum Thema: Trotzdem versucht Wrigley’s offensichtlich Werbung auf eine Art zu machen, die in die Subkulturen geht und dort ein neues Produkt über Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt machen soll. Vielleicht gar keine so schlechte Idee. Jedenfalls kam bei mir heute früh vor der Uni ein Paket an, in dem ein Brief lag „Du bist Mitglied im Team Waldfrucht“. Außerdem mehrere Großpackungen mit kleinen Mints mit ebendiesem Waldfruchtgeschmack. Absender trnd, eines von diesem innovativen kleinen Unternehmen, die versuchen mit neuen Ideen Geld zu machen und, laut Selbstbekundung, den Menschen Freude zu spenden. Genauso beglückt wurde offensichtlich dieser Herr aus Erlangen, die Dichte scheint also schon recht hoch zu sein. Vielleicht auch Mehrwert. Fazit: Sofern mich jemand kennt und in den nächsten Wochen treffen sollte, der Interesse an kleinen knubbeligen Zahnpflegebonbons hat, die angeblich die Zunge sauberschrubbeln und auf den ersten Probierer gar nicht so schlecht schmecken, der melde sich bitte, bevor ich Bauchschmerzen bekomme. Probieren geht über Studieren und Sponsoring in Form von Süßigkeiten ist nun wirklich nichts so verwerfliches.

Würde es für uns an der Uni eine Gewerkschaft geben, wäre ich schon seit mindestens 2 Stunden zu Hause. Ich würde meinen Versuch abgebrochen haben, Steuergelder verschwendet haben, weil die technischen Systeme nicht ausgelastet wären, mit schlechten Ergebnissen zufrieden sein müssen und die Ergebnisse, die aus meiner Diplomarbeit irgendwann einmal herauskommen sollen, niemals erreichen können. Ich frage mich gerade, wann ich wohl das erste Mal gezwungen sein werde, einem solchen Club der 30%-mehr-Forderer beizutreten, weil ich ansonsten vom Betriebsrat exmatrikuliert würde oder ganz einfach derjenige wäre, der den gesamten Mist der anderen erledigen müsste. Dem ist zum Glück bisher nicht so und die deutsche Forschung kann dank dieses Zustandes international mithalten. Hmm.

Das war mal wieder ein interessanter Mashupartikel, weil ich nach so einem Labor-Tag wirklich keine Lust mehr habe, mir mehr als nötig Gedanken zu machen… Einen geruhsamen Abend noch.