Atomkraftwerksbesichtigung

Bild vom Kernkraftwerk Isar 2 unter Gnu Free Documentation LicenceGleich geht es los zu einer Kernkraftwerks (AKW/KKW)-Besichtigung, organisiert von den JuLis Erlangen. Es verspricht, interessant zu werden. Sicher würde es einigen Politikern nicht schaden, selbst so eine Besichtigung schon einmal mitgemacht zu haben, statt sich davor anzuketten und stumpfe Parolen von sich zu geben oder inkompetent aber selbstsicher alternativ über den modischen „Energiemix“, der unsere Seelen retten wird oder den „überfälligen Atomausstieg“ zu dozieren.

Auch ich, der als angehender Physiker die grundsätzlichen Abläufe in einem solchen Reaktor in den Vorlesungen nachgerechnet hat und das Ganze relativ nüchtern betrachtet, freue mich, endlich einmal ein solches Kraftwerk von innen zu sehen. Besonders vor dem Hintergrund, dass ich in Erlangen täglich neben dem größten Deutschen Areva-Standort arbeite. Den Garchinger Forschungsreaktor kenne ich ja schon. Der ist selbstverständlich für die Forschung gebaut, erheblich kleiner und ein bisschen anders konstruiert.

Auf der Tagesordnung stehen die bayerischen Kraftwerke Isar I und II, die zusammen eine Leistung von 2.400 MW haben. Das Praktische ist, dass sich an einem Ort gleich beide wichtigen Konstruktionstypen für Atomkraftwerke besichtigen lassen. Isar I hat noch einen Siedewasserreaktor und Isar II hat den leistungsfähigsten Druckwasserreaktor in Deutschland, der Vorgänger des derzeit von Areva entwickelten und gebauten neuen sogenannten EPR-Typs.

In der Hoffnung, dass, anders als in Obrigheim, kein Techniker die falschen Schrauben verwendet hat und diese gerade wenn ich drin bin nachgeben oder irgendein Handwerker, in seiner Natur liegend, an irgendeiner Rohrverbindung geschlampt hat, wünsche ich auch meinen Lesern einen schönen und bei aufkeimender Langeweile einen mit dem Atomkraftwerkssimulator unterhaltsamen Samstag.