Unsere Uni will Socialnetwork gründen

Unglaublich aber wahr. Die Universität Erlangen-Nürnberg hat den wunderbaren Versuch unternommen, und probiert über eine uniweite Studentenumfrage herauszufinden, was wir Studierende uns wünschen, das mit unseren Studiengebühren geschehe. Nur noch entgeistertes Kopfschütteln bekommen diese engagierten Leute von mir ab der ca. 10. Frage als Antwort: Die FAU will offensichtlich doch tatsächlich eine Art „Social Networking“ für unsere Uni aufmachen? Eine größere Geldverschwendung kann ich mir kaum vorstellen. Wer bitte braucht das? Und von wegen, Studienbeiträge wären zweckgebunden für die Verbesserung der Lehre!

Es gibt einen schon jetzt viel zu großen Haufen öffentlich, uniübergreifend verfügbarer Networkings. Die sich dem Markt stellen. Nun ein künstlich emporgezogenes Konstrukt, das nur auf eine Uni beschränkt ist. Statt einen Umfrageteilnehmer klar „Nein“ zu diesem Unsinn sagen zu lassen, werden Unmengen Detailfragen gestellt, die einen glauben lassen, dass sie es ernst meinten:

Aufgabenverwaltung , Einbindung offizieller Dienste (z.B. Blogs, Wikis, Aktuelle Meldungen, vhb, usw.), Foren, Fotoalben, Fotoalben, Gruppen- und persönliche Nachrichten, Jobbörse, Kalender/Terminplaner, Kontaktliste (Liste anderer Nutzer), Marktplatz, Nachrichtenverzeichnis (Newsfeeds), Personalisierte Benutzeroberfläche, Persönliches Profil mit Kontaktdaten, Projektverwaltung, Prüfungsanmeldung, Synchronisationsmöglichkeiten zu Ausgabemedien (z.B. PDAs/Smartphones), Veranstaltungsanmeldung, Wohnungsbörse (kopiert aus dem Online-Fragebogen)

Liebe Leute, das alles gibt es schon. Sicher viel besser, weil spezialisiert und so gut wie alles kostenlos, irgendwo in den Weiten des Netztes.

Stattdessen, endlich mal ein vernünftiges System für Onlinematerialien aufzubauen, wie ich es hier von US-Unis schonmal vorgestellt hatte, wäre wirklich eine sinvolle Entscheidung. Auch da gab es für mich neues durch die Umfrage. Mit „StudOn“ scheint so etwas in Planung zu sein, wenn auch bisher noch nicht wirklich mit Inhalten gefüllt.

Macht doch bitte erst einmal eine Sache richtig, als alles ein bisschen! Es ist unglaublich, was dabei herauskommt, wie die Studiengebühren in den Sand gesetzt werden. Erst einmal schafft die Physik der FAU ein Funktetsystem für den Vorlesungssaal an, dann sowas. Gleichzeitig mangelt es der UB an vernünftigen Büchern, das Bücherbestellsystem ist in jeder Hinsicht eine Zumutung und allerlei Grundaufgaben der Uni erfüllt diese noch viel schlechter, beispielsweise wenn ich mir mal Organisation, Unterfinanzierung und miese Ausstattung des Sprachenzentrums der Uni Erlangen-Nürnberg anschaue.