Skythen-Gold

Leider nicht in dieser Ausstellung, aber da Fotografieren verboten war: Bild gemeinfrei: Skythischer goldener Kamm aus der Heremitage.In München gastieren die Skythen. Darüber wollte ich dann doch noch kurz berichten, war nur bisher nicht dazu gekommen. Selbstverständlich habe ich am Samstag die Gunst der Stunde genutzt, politisch sowieso schon in München zu sein und habe mir noch die Ausstellung „Die Königsgräber der Skythen – Im Zeichen des Goldenen Greifen“ angesehen. Es lohnt sich. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie schnell man vergessen kann, dass vor der unglaublichen Zeitspanne von 3000 Jahren schon Kulturen existierten, die sich von unserer heutigen Kultur zwar in den Einzelheiten grundlegend unterscheiden, wenn man allerdings einen näheren Blick darauf wirft, was aus dieser Zeit bis heute überdauert hat, dann staunt man in Bewunderung. Zwischen Donau und Dnjepr siedelten die Skythen als kriegsbegabtes nomadisches Reitervolk.

Glücklicherweise sind die gigantischen Grabhügel der skytischen Reiterkultur, genannt Kurganen, teils durch günstige klimatische Bedingungen – Kälte und Eis – so gut erhalten geblieben, dass nicht nur die gezeigte hervorragend konservierte Mumie eines Skythen-Mannes, sondern auch feines Tuch über die Jahrtausende erhalten geblieben sind. Und diese Funde bekommt man auch zu sehen. Selbst ausgiebige Grabraube haben genug übrig gelassen. Das Gold, kunstvolle Goldblecharbeiten, kleine Goldbecher und Verzierungen der Kleidung, beispielsweise mit Unmengen winziger Goldperlen Perle an Perle bestickte Hosen, machen die Ausstellung sehenswert.

Bis zum 20. Januar 2008 kann man sich die Schätze noch ansehen. In der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung montags bis feitags 8.00 bis 20.00 Uhr, samstags 9.00 bis 20.00 Uhr und sonntags 10.00 bis 20.00 Uhr. 5 Euro kostet der Eintritt ermäßigt für Schüler und Studenten, dazu die 80 Cent für die Garderobe und 3,50 Euo für einen Audioguide, den ich mir ebenso gespart habe wie den merkwürdigen (leider nur „ZDF-Expedition“-Qualitätsniveau) ZDF-Film am Eingang, den es allerdings in der ZDF-Mediathek auch online gibt.

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