Studivz versendet Massen-SMS?

Ganz unten auf den Seiten von Studivz: Der gesuchte Link zu den Datenschutzbestimmungen
Da finde ich in meinem Postfach eine Mail von Studivz. Neue AGB haben sich die StudiVZ-Macher gegeben. Zustimmen möge man doch bitte. Da ich nicht der einzige bin, der diesem Verein gegenüber dann irgendwo doch ein bisschen misstrauisch ist, angesichts der Datenfülle, die sie über die große Masse der Studenten in Deutschland (Gruppendruck…) in der Hand haben, mal ganz abgesehen von der bekannt schludrigen Art im Umgang mit der Datensicherheit, habe ich mal überflogen, was denn da so geschrieben steht. Zum Beispiel folgendes:

6. Ich willige ein, dass mir studiVZ Benachrichtigungen und Mitteilungen zusendet; diese Nachrichten beinhalten Hinweise und Berichte für Nutzer des studiVZ-Netzwerkes. […]
Zudem erkläre ich mich einverstanden, dass studiVZ meine personenbezogenen Daten nutzt, um mir Marketing-Mitteilungen unter Verwendung elektronischer Post zuzusenden (z.B. zum Versand von E-Mails an die von mir für die Nutzung des StudiVZ-Netzwerkes verwendete E-Mail-Adresse, SMS-Werbung an die von mir hinterlegte Mobilfunk-Rufnummer sowie von Nachrichten mit werbendem Charakter über den Nachrichtendienst von studiVZ oder einen von mir angegebenen Instant-Messenger). […]

Ich nehme zur Kenntnis, dass ich, falls der Erhalt von elektronischer Post mit werbendem Charakter von mir nicht mehr erwünscht ist, die Zusendung ablehnen und dem Erhalt der Nachrichten jederzeit widersprechen kann. Hierzu kann ich nach dem erfolgreichen Einloggen in das studiVZ-Netzwerk in der Rubrik „Datenschutz“ am Ende des Textes zur Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten meine Einstellungen unter „Einstellungen zur Verwendung meiner Daten“ aufrufen und anpassen.

Aha, ich kann das Ganze also wenigstens unterbinden. Als datenschutzbewusster Netznutzer habe ich mich auf die Suche gemacht. das obige Bildchen zeigt den Versteckten Ort der offensichtlich in der Mail gemeinten „Datenschutz“-Rubrik ganz am unteren Seitenrand statt in der oben links gut erreichbaren Rubrik „Privatsphäre“. Dort angekommen habe ich jetzt aber wirklich eine Weile gesucht und nichts, gar nichts finden können, um die Verwendung, wie in der Mail beschrieben zu deaktivieren… Vielleicht stelle ich mich irgendwie falsch an?
Andererseits haben nun schon die ersten Bekannten und Freunde Konsequenzen gezogen und ihren Account bei Studivz kurzerhand gekündigt. Traurig, aber vielleicht die einzig konsequente Folgerung aus dieser Unverschämtheit den Kunden gegenüber. Besonders, wenn man sich überlegt, dass Studivz noch ein paar solcher Knaller eingebaut hat, unter anderem, wenn man sich eine Weile Zeit lässt, den neuen AGB zuzustimmen, bleibe das Profil erstmal noch weiter verfügbar für andere.
Ich kann mich noch nicht ganz zur Kündigung von Studivz durchringen. Dazu ist man dort einfach zu stark integriert. Die ganzen verlinkten Fotos (ob positiv oder negativ) und der Haufen Leute, die man dort findet, nicht zu vergessen die wunderbare Funktion der Geburtstagserinnerung, die bei mir einen wunden Punkt trifft. Vielleicht wäre ja Facebook, wie hier schonmal erwähnt, eine gute Alternative, aber die Verbreitung macht’s bei Social Networks nunmal und die ist bei Facebook in Deutschland noch viel zu gering. Vielleicht ändert sich das ja, wenn Facebook 2008 auf deutsch verfügbar wird und 2000 deutsche Nutzer am Tag gewinnt? Facebooks Datensicherheitsprobleme spielen jedenfalls in einer anderen Liga als die Stümpereien bei Studivz.
Für alle, die auf Studivz unterwegs waren und wechseln wollen. Zu meinem Facebook-Profil geht es hier. Natürlich nach dem Login.
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