Linke sind Opfer – und zwar gerne

Ein ganzes Land, das sich in der Opferrolle bestens gefällt. Die beste Grundlage für einen Drift hin zur Linkspartei als idealen Multiplikator einer Haltung „Fordern und nichts geben“. Das ist Deutschland? Zumindest Bernd Ulrich kommt in der aktuellen Zeit zu dieser Ansicht. In einem Artikel, in dem er Erhard Epplers Wiederauferstehung als Integrator von linkem, ganz linkem und angeblichliberal-grünem Realsozialismus dokumentiert, die zumindest ich mir nicht hätte vorstellen können. In dem bereits von Oliver Luksic gefundenen Beitrag schreibt Ulrich beispielsweise:

Doch wird die Bereitschaft zur Solidarität immer häufiger gerade von denen unterwandert, die sie am lautesten fordern – einfach, indem die Zahl der Ängstlichen, der Verlierer und Opfer beständig ausgedehnt wird: Arbeitslose, Rentner, Mittelschicht, Studenten, Autofahrer, Eltern, Kinder… Eine ganze Gesellschaft von Benachteiligten – das ist die linke Mehrheit.

Dieser neuen Mehrheit erteilt Erhard Eppler die Generalabsolution. Wenn nämlich anderswo – sein Zeigefinger weist vage zum Fenster des hessischen Bürgerhauses, wohinter sich die Außenwelt befindet –, wenn also anderswo in der Finanzkrise Hunderte von Milliarden Dollar verbrannt werden, wer wollte da richten über die paar Euro des kleinen Mannes?