Die unpolitischen Spiele: Berliner Fackellauf 1936

Gerade entdecke ich in einem Blogbeitrag von Jörg Lau dieses Foto des Fackellaufs zu den Olympischen Spielen 1936 vor den Hakenkreuzflaggen am Brandenburger Tor. Die ersten Olympischen Spiele mit diesem merkwürdigen Event. Wer behauptet da eigentlich so beharrlich, die Olympischen Spiele wären unpolitisch oder politisch neutral?

Die Entscheidung, dass die Olympischen Spiele 36 in Deutschland stattfinden sollten, wurde vom IOC zumindest schon 1931 gefällt, als der Sturz der Weimarer Republik noch nicht abzusehen war und noch niemand daran dachte, dass die Welt erhobenen rechten Armes in die Stadien Nazideutschlands einziehen würde. Imagepolitur nennt man das Ziel der politischen Führung in allen drei Fällen. Ob im damaligen Deutschen Reich, in China oder dann wohl bald mit den Winterspielen 2014 in Russland, nachdem es das letzte Mal in Russland 1980 nach dem Afghanistan-Krief der UdSSR und dem damit verbundenen Boykott etwas schlechter lief.

Und die deutschen Sportler dürfen in China doch nicht ihre Meinung sagen. Sie haben „unpolitisch“ zu sein und bei den Märschen, Feiern und Lobhudeleien einer diktatorischen Staatsführung dieses schönen Landes mitzujubeln, wenn sie nicht disqualifiziert werden wollen.