Mainzelmännchen-Werbung in FDP-Mitgliederzeitschrift

Ein Foto der Ganzseitigen ZDF-AnzeigeDas ist doch mal eine Überraschung: Beim schnellen Durchblättern des Magazins „elde“ / liberale depesche, das bekommen FDP-Mitglieder einmal im Monat per Post, fällt mir eine ganzseitige ZDF-Anzeige ins Auge: „Werbung im ZDF hat Tradition. Und Zukunft.“ dann eine Aufzählung… 600 Mio. € Werbeeinnahmen je Jahr im ZDF „entlasten den Gebührenzahler…„, andererseits, die Werbung mache nur 1% des Gesamtprogramms aus und dann lustigerweise:

Werbung im ZDF nimmt dem Wettbewerb nichts weg.

Es wird verwiesen auf eine Website www.medienpolitik.zdf.de. Zum Glück erwartet einen dort weniger, als ich erwartet hätte.

Bin ich eigentlich allein auf weiter Flur, dass ich mich ein bisschen über Politlobbyismus seitens der Öffentlich Rechtlichen wundere? Dass solche Werbung bei mir ganz schlecht wegkommt? Was damit bezweckt werden soll, dürfte klar sein. Ob die Anzeige tatsächlich eine Reaktion auf den letzten Bundesparteitag in Stuttgart ist, auf dem insbesondere die JuLis in der FDP Aufsehen erregt haben mit der Forderung, die Mainzelmännchen endlich in Rente zu schicken, die Öffentlich-Rechtlichen auf ein gesundes Maß zurückzustutzen und deren Expansions- und Gebührenerhöhungsdrang mit ständigen neuen Spartenkanälen und allumfassender Volksbeglückung zu begrenzen?

Vielleicht nicht direkt eine Reaktion auf die Aktion der JuLis. Schließlich hat die FDP auf diesem Parteitag in ihrem Kultur- und Medienpolitischen Beschluss an den ich mich noch sehr gut erinnern kann mitsamt den Koryphäen unseres FDP-Bundespräsidiums auch nicht den Mumm gehabt, sich zu so einer radikalen und konsequenten Forderung einschließlich endlich der Abschaffung des halblegalen Gebührenbeschaffungsinstitutes, dessen Name ich hier aus Abmahnvorsicht nicht nenne, zu fordern. Westerwelle persönlich hatte damals die Ablehung des JuLi-Änderungsantrags zur Abschaffung des ZDF empfohlen.

Mich würde interessieren, was das Zweite Deutsche Fernsehen sich den Spaß einer Anzeige in dieser Zeitschrift hat kosten lassen. Immerhin 16.100 Euro werden in den elde-Mediadaten als Preis aufgeführt, der ja meiste bei solchen Publikationen eher Verhandlungsbasis ist.