Unterwegsbloggen, WordPress und Google Gears

Gerade, als ich mit dem Notebook im Zug saß, um wenigstens irgendwas mit meinen Ideen nach einer, naja, durchschnittlich produktiven Kreisvorstandssitzung und Mitgliederversammlung der FDP Fürth
anzufangen, ist mir eine Diskrepanz erst so richtig aufgefalle: Dank des irgendwo doch großartig praktischen Google Gears ist es mir problemlos möglich, meine RSS-Feeds von unterwegs zu lesen. Google Reader gleicht die schließlich automatisch ab und ich brauche mich um nichts kümmern, habe immer unterwegs die aktuellen Daten im Onlineprogramm, auch ohne Webverbindung, offline.

In einer der letzten Versionen kam aber auch bei dem von mir bevorzugten Weblogsystem WordPress, auf dem Freiheitsfreund läuft, eine Unterstütztung für Google-Gears dazu. Mal abgesehen davon, dass ich den „Turbo“, wie der Button sich nennt natürlich nicht widerstehen konnte, zu drücken, und dass ich davon recht wenig spüre: Wäre es nicht durchaus sinnvoll, diese Unterstützung um eine Offline-Wordpress-Schreib-Funktion zu ergänzen? Das dürfte doch eigentlich nicht soo schwierig sein, oder doch?

Gäbe es nicht einen von diesen überaus begabten WordPress-Plugin-Schreiberlingen, die darauf Lust hätten? Käme sicher super an.

Dabei stellt sich mir gerade die Frage, ob ich diesen Text auch so schreiben würde, wenn ich online wäre. Wenn ich also die Möglichkeit hätte, einfach mal kurz nachzusehen, Google zu betätigen (oder, seitdem mich googles Suche in letzter Zeit nur noch enttäuscht und ich mich dabei ertappe, doch tatsächlich beim uralten „Yahoo“ bessere Suchergebnisse zu finden…) und dort einzugeben „wordpress plugin google gears offline“.

Bin gespannt, was dabei herauskommt, wenn ich zu Hause ankomme. Auf jeden Fall landet dieser Blogbeitrag trotzdem online. Kleines Experiment.

Ach ja. Ich bin mir natürlich dessen Bewusst, dass ich auch einen der ach so tollen Blogclients nutzen könnte, die sicher schon seit Anbeginn ihrer Zeiten diese Funktion unterstützen. Aber das will ich nicht. Abneigung gegen diese Programme. Außerdem switche ich dafür zu oft zwischen den PCs. Schließlich ist das ja auch der Grund, weshalb ich Google Reader verwende.

Noch eine Kleinigkeit ist mir in diesem Zusammenhang aufgefallen. Wie wichtig sind eigentlich Links in Blogbeiträgen? Ich meine, da gibt es stilistisch welten Unterschiede zwischen verschiedenen Blogs. Manche verlinken doch tatsächlich jedes zweite Wort, mindestens auf die Wikipedia, manche fast gar nichts, manche Nonsense (jeder weiß, dass es überflüssig ist, Yahoo zu verlinken… außer man meint es mal spaßig oder als nett gemeinte Werbung) oder penetrant (so SEO-Deppen z.B.). Andere setzen unmengen knapp passende Trackbacks… ich weiß nicht so recht. Wenn es den Lesern dient? Ich denke, weiterhin da, wo ich mir einen Link wünschen würde ist am besten.

Ach ja, noch eine Bemerkung zu dem, was ich heute so erlebt habe: Schöne Typographie ist eine Wohltat. Schlechte ein Gräuel, selbst bei guten Inhalten. Da habe ich von der Friedrich-Naumann-Stiftung „Die ’soziale Kälte‘ des Liberalismus – Versuch einer Erklärung“ auf Bestellung endlich zugeschickt bekommen. Natürlich gleich gelesen (geht in einer halben Stunde und, naja, für die halbe Stunde ist es ganz OK…). Aber warum leisten die sich nicht ein Mindestmaß an Lesbarkeit? Schonmal was von Typographie gehört? Da kostet ja der (etwas gesparte) Einband des Buches (erschienen im „Academia Verlag, Sankt Augustin“ mehr als einmal kurz das serifenlose Blocksatz-Wordgeschlonze durch einen LaTeX-Compiler für Dummies zu jagen. Sowas ärgert. Die Augen.