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Nov
15

Linkspartei/Lutz Heilmann schaltet Wikipedia ab: Hilfe, unzensierte Meinungen?

Wikipedia durch Lutz Heilmann blockiert

Zurecht hat dineniso bemerkt, dass ich wieder häufiger bloggen sollte. Ich hätte auch liebend gerne einen Kommentar zum Koalitions-Parteitag der FDP geschrieben. Nunja, getwittert habe ich ziemlich offen, was mir dabei durch den Kopf gegangen ist, auch was der Grund für meinen doch unter den anderen Beiträgen eher kritischen Redebeitrag war und dafür, dass ich mich aufgrund der Formulierungen im Koalitionsvertrag der Stimme enthalten habe. Aber zu einem richtig ausführlichen Kommentar bin ich vorerst aus Zeitmangel leider in der Tat nicht gekommen.

Es ging dann schließlich noch darum, das Antragsbuch zum Landeskongress der JuLis Bayern fertigzustellen (diesmal alles in LaTeX, endlich einem vernünftigeren Textsatzsystem, ein Zwischenschritt auf dem Weg zur halbautomatisierten Onlineantragseinbringung mit XML-LaTeX-PDF Kompilierung), dessen Leitantrag “Europäische Union, Union ihrer Bürger” mitsamt insgesamt 11 Anträgen auch beschlossen wurde, dazu kam dann noch die Neuwahl des Vorstands, ich wurde mit 78% in meinem Amt bestätigt und freue mich sehr, noch ein Jahr Landesprogrammatiker der JuLis Bayern sein zu dürfen, und die Wahl unserer Spitzenkandidatin Nadja Hirsch für die Europawahl.

Aber der Grund, warum ich heute dann doch mal wieder etwas von mir geben muss: Ich als alter Wikipedianer kann gar nicht anders, als missmutig zu kommentieren, dass ich es unglaublich finde, wie der Linkspartei-Stasi-IM-Abgeordnete Lutz Heilmann, ein unverbesserlicher, nachgewiesenermaßen langjährig überzeugter Stasi-Mann mit bester Nachmauerfall-Karriere, die Wikipedia wegzensiert. Natürlich bekommt jeder in unserem Rechtstaat sein gleiches Recht, auch das auf eine einstweilige Verfügung. Aber dass so einer in unserem Land politisch repräsentiert, ist ein Armutszeugnis.

Mehr sage ich zu diesem Thema nicht. Die Tat spricht für sich. Außerdem gibt es bereits gleichlautende Kommentare in der liberalen Bloggosphäre. Und ich habe zu schlechte persönliche Erfahrung mit der unausgegorenen deutschen Internet-Rechtsprechung. Abgeordnete! Schafft endlich sinnvolle Rechtslagen in diesem schon lange nicht mehr “neuen” Medium. Ich bin schon so oft gescheitert, so etwas den Rechtspolitikern meiner eigenen Partei nahezubringen, dass ich schon fast ein paar mal resigniert hätte.

Nichtsdestotrotz: Für alle, die nicht so drinstecken, die Wikipedia, auch die deutsche, kann freilich immer noch benutzt werden. Der lange Arm der Sozialistendiktatur reicht nämlich glücklicherweise nicht zu den Wikipediaservern in den USA. Die eigentlich ohnehin “offiziellere” Domain als www.wikipedia.de ist http://de.wikipedia.org. Die deutsche Domain lässt sich einstweilig verstümmeln. Die letztere nicht. Ein Glück.

    Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.freiheitsfreund.de/2008/11/15/linksparteilutz-heilmann-schaltet-wikipedia-ab-hilfe-unzensierte-meinungen/

    1 Kommentar

    1 Ping

    1. Eva sagt:

      Das ist wirklich ein ziemlich bescheuerter Schachzug. Dass der Typ StaSi-Mitarbeiter war, wusste ich bisher nicht und es war mir auch relativ egal. Jetzt weiß ich es und mit mir bestimmt noch viele andere.
      Übrigens habe ich es etwas leichter gemacht, bei mir zu kommentieren, aber die Moderation muss bleiben leider.

    1. Freiheitsfreund » Archiv » Kritik an der Kritik an Lutz Zeilmanns “Kritik” an der Wikipedia sagt:

      [...] Nochmal zu Lutz Heilman, dem inzwischen berühmt-berüchtigten Linkspartei-Hinterbänkler, der die Wikipedia abgeschaltet hatte (seitdem ist übrigens ein kurz sichtbarer Hinweis auf die nicht so einfach sperrbare Originaldomain de.wikipedia.org auf der deutschen Startseite http://www.wikipedia.de). Mittlerweile hat die halbe Bloggosphäre und die ganze liberale Bloggosphäre (dsid, dineniso, nochmal dsid, fifi), wie zu erwarten war, ihren Senf dazu gegeben und auch die klassischen Medien haben die Sache ausführlichst kommentiert. Aufgefallen ist mir die Kritik an der Kritik, die der nicht nur von mir als Medienkritiker durchaus geachtete Stefan Niggemeier heute vorbringt: “Ich finde an der Debatte über Heilmanns Vorgehen gegen Wikipedia und die Häme, die fast reflexartig über ihn ausgeschüttet wird, einen anderen Aspekt interessant, den auch Christian Stöcker bei „Spiegel Online” anspricht: Welche Alternative hätte Heilmann gehabt, um gegen (angenommen) falsche Behauptungen über ihn vorzugehen? Die Standardantwort, dass bei der Wikipedia ja jeder selbst mitschreiben, redigieren und löschen kann, ist falsch. Schon der bloße Verdacht, dass der Betroffene selbst oder ein Mitarbeiter sich an seinem eigenen Eintrag zu schaffen gemacht hat, reicht, um empörte bis hysterische Reaktionen auszulösen.” [...]

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