„Die Welt“ prostituiert sich

Heute wäre mir beim Ausleeren des Briefkasten/Papierkorbes fast ein Versehen passiert. Naja. Im Nachhinein … vielleicht wäre es gar kein so großes Versehen gewesen. „Die Welt“ hat sich offensichtlich kaufen lassen von… einem großen deutschen Unternehmen, das mit fliehenden Kunden und schlechtem Aktienkurs zu kämpfen hat und „Magenta“ als Firmenfarbe hat. Ãœbrigens noch nicht einmal mit einem Angebot, das die grandiose Neuheit wäre. Es geht um inclusives Internetsurfen per Wap, aber nur über das Handy.

Die Welt prostituiert sich - Titelseitenwerbung am 07.05.2007

Die gesamte erste Seite der Tageszeitung wurde doch tatsächlich mit Werbung dieser Firma bedruckt und wäre deshalb beinahe mit geübtem Handgriff und der übrigen Werbung in den Papierkorb befördert worden. Wir haben nicht den ersten April. Wer mir trotzdem nicht glaubt, für den habe ich extra noch ein Foto gemacht.

Nicht dass ich jemals der Meinung gewesen wäre, die Welt wäre die Beste unter den deutschen Tageszeitungen. Ich lese sie eigentlich mehr, weil ich sie kostenlos bekomme. Wäre ich allerdings jemand, der wirklich die 1,40 € pro Ausgabe zahlen würde, dann wäre das schon eine ziemliche Unverschämtheit. Finde ich. Soviel Taktgefühl gegenüber den eigenen Lesern wäre eigentlich auch von einem Springer-Blatt zu erwarten gewesen, oder? Und das gerade jetzt, wo diese Zeitung mit der Einführung von „Welt Debatte“ in ihrem Netzauftritt gegenüber dem hervorragenden Ruf, den bei mir zeit.de genießt, Boden wettgemacht hatte.

Ich bin mal gespannt auf die morgigen Leserbriefe… und hoffe, sie fallen klar und deutlich aus.