Klassik unter freiem Himmel

Gestern abend wurde der nürnberger Luitpoldhain einmal wieder Opfer eines in wunderbares Wetter gebetteten sehr schönen Freiluftspektakels, des alljährlichen „Klassik-Open-Air„, diesmal mit dem Obertitel „Love Affairs„. Schön wars, zu picknicken, während die Nürnberger Symphoniker unter dem Taktstock von Bernhard Gueller technisch, soweit das aus den großen Boxen so genau zu erhören war, gewohnt professionell die ausgewählten Klassik-Standards aus einem Repertoire à la Klassik-Radio spielten.

Klassik-Open-Air am 04.08.2007 in Nürnberg

Es sang der preisumgarnte Countertenor Andreas Scholl, das Orchester wechselte sich ab mit einer interessanten Band namens „Orlando und die Unerlösten“ , ebenfalls mit Countertenor und ich muss ehrlich sagen, dass mir die ungewöhnlicheren Stücke von Roland Kunz und Frank Zabel, die Orlando u. d. U. gespielt haben, besser gefallen haben als das, was die Symphoniker an Stückauswahl von sich gaben.

Vielleicht weil das Flair und die Technik eines Open-Airs dann doch besser zu Rockmusik als zu Klassik passen, vielleicht aber auch nur, weil ich persönlich „Romeo und Julia“, „Hochzeitsmarsch“, „Danse Bohémienne“ oder Bernsteins West-Side-Story-Schlager „America“ nach zig Wiederholungen und eigenen Aufführungen nicht mehr so gerne höre.

Und ein klein wenig hat Arthur Schibetz recht mit seiner Kritik, zwar geht es um das erste der beiden Konzerte, aber so sehr unterscheiden sie sich nicht, er hat aber auch recht, dass es noch nie anders war, vielleicht ist ein heutiges Klassik Open Air insofern sogar ein bisschen authentischer, weil das Publikum sich wieder ein bisschen mehr so zusammensetzt, wie es zu Vivaldis Zeiten der Fall war, als die Italiener ihre inoffizielle Nationalhymne aus dessen Oper Nabucco erkoren und lauthals auf den Straßen sangen.

Mehr Fotos von gestern abend bei: Tonight is gonna be a large one. und Facing my life

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