„Argumente für Freiheit und Markt“

Die Tageszeitung „Die Welt“ startet unter dem Titel „Argumente für Freiheit und Markt“ eine Essay-Reihe mit Beiträgen von Gastautoren aus der Wirtschaft zum Thema Wirtschaftsliberalismus. So wird das Ganze jedenfalls in der aktuellen Wochenendausgabe angekündigt. Ãœber die Qualität dieser Zeitung hat Freiheitsfreund, glaube ich, oft genug gelästert. Diese Serie, die abwechselnd in Welt und Welt am Sonntag erscheinen soll, verdient es aber, dass man sich das Ganze mal genauer anschaut. Angekündigt wird das Projekt mit Sätzen wie „Freiheit bringt Wohlstand: Diese Wahrheit bedarf ständiger Erinnerung. Gerade erfolgreiche Unternehmer haben es verdient, dass man ihnen ihr staatsbürgerliches Engagement für die Freiheit abnimmt.“ Ich muss zugeben, der erste Satz klingt gut, beim zweiten bin ich mir nicht sicher, ob ich ihn richtig verstehe.

In dieser Ausgabe legt Nikolaus von Bomhard mit einem Essay vor, der auch online zu lesen ist. Der Titel: „Gerecht ist, was stark macht – Freie oder soziale Marktwirtschaft: Ist das ein Widerspruch?“ Nikolaus von Bomhard ist Vorstandsvorsitzender der Münchener Rück und beginnt seinen Beitrag ein wenig Ludwig-Erhard-lastig. Das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft à la Ludwig Erhard, glücklicherweise eher in der liberalen Auslegung als in der modisch überdehnten, in der sogar die SPD eine „soziale Marktwirtschaft“ mittlerweile für sich proklamiert, ist denn auch der rote Faden, aus dem er einen Text entwickelt, der in weiten Teilen fast schon FDP-Programm sein könnte. Eine Kostprobe:

„… Der ökonomische Erfolg einer Gesellschaft und damit die finanzielle Basis für soziales Handeln kann nachhaltig nur gesichert werden, wenn die Wirtschaft sich innerhalb eines rechtsstaatlichen Ordnungsrahmens frei entfalten kann, wenn der Einzelne sein Schicksal ohne staatliche Bevormundung und Ãœberregulierung eigenverantwortlich gestalten kann und wenn Initiative gefordert und gefördert, nicht aber behindert wird. Ein wirtschaftlich erfolgloses Land kann sich ein anspruchsvolles Sozialsystem nicht lange leisten. …“

Mal sehen, was danach kommt. Schließlich kann nicht jeder große Unternehmenslenker notwendigerweise immer seine Weisheiten, sofern vorhanden, auch in wohllesbare Worte verpacken.

Als Autoren werden in der Druckausgabe, nicht aber online, angekündigt: Dr. Josef Ackermann, Dr. Wulf Bernotat, Dr. Eckhard Cordes, Dr. Gerhard Cromme, Dr. Jürgen Hambrecht, Dr. Hans-Peter Keitel, Prof. Dr. Berthold Leibinger, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Dr. Wolfgang Mayrhuber, Friedrich von Metzler, René Obermann, Dr. Arend Oetker, Dr. Michael Otto, Prof. Dr. Wolfgang Reitzle, Kai-Uwe Ricke, Dr. Ulrich Scheufelen, Dr. Hans-Jürgen Schinzler, Prof. Dr. Hermann Scholl, Dr. Jürgen Strube, Dr. Hans-Dietrich Winkhaus.

Wer übrigens ohne die Bindung an ein solches springersches Printpresseorgan interessante Essays als Gastkommentare kluger Köpfe zu wirtschaftspolitischen Fragen sucht, dem sei www.wirtschaftlichefreiheit.de empfohlen. In dem Weblog, dessen Kern … schrieb beispielsweise bereits Hans-Olaf Henkel einen interessanten Artikel „Die Ethik des Erfolgs„.

1 Kommentar

  1. Da fehlen aber ein paar authentisch liberale Namen: Hans-Olaf Henkel, Roland Baader, Erich Weede, Gerd Habermann, Robert Nef, Stefan Blankertz, Reinhard K.Sprenger, Karen Horn, Hans-Dietmar Barbier, Detmar Doering, Hardy Bouillon, Oswald Metzger, Jörg Guido Hülsmann etc.

    Stattdessen gibt es mit Big Government verschachtelte und verbandelte Big Business Großkopferte, wo doch jeder weiß, daß man ab einer bestimmten Größe mehr Politiker als Ökonom ist. Das ist dann der „Liberalismus“, den sich die etatistische Linke (und selbige Rechte) als Strohpuppe immer wünscht. Schade. Vertane Chance.

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