Simplicissimus im Netz

Public domain: Unsern Feinden von Josef Benedikt Engl Simplicissimus. Titelblatt Jg. 1, Nr. 1. 04.04.1896Diese satirische „Wochenschrift“ hat während meiner Schulzeit den Geschichts- und den Deutschunterricht gerettet. Teils großartige, immer bissige, oft stilferne Reflexionen der politischen (und abseits der Schulbücherzitate auch der unpolitischen) Ereignisse von 1896 an. Eine Art „Titanic“ mit Niveau, guten Zeichnern aber ohne zeitgemäße Political Correctness.

Aber nicht nur um die Karikaturen (der beste Zeichner: Thomas Theodor Heine) geht es, die so gerne zitiert werden. Texte steuerten unter anderem bei Hermann Hesse, Thomas Mann, Ludwig Thoma, Jakob Wassermann, Heinrich Mann oder Erich Kästner. Schade ist, wie sich das Blatt während des Ersten Weltkriegs wandelte und die radikale Obrigkeitskritik aufgab, aber auch das ist interessant zu beobachten.

Die Jahrgänge bis 1945 stehen nun als PDF-Faksimiles online. Teils mit erschließenden Kommentaren. Wieder eine gute Quelle für Recherchen in der Vergangenheit mehr. Quellen gäbe es ja genug. Dank DFG-Förderung gibt es für den Simplicissimus online aber sogar auf den Seiten ein Autorenverzeichnis und ein Stichwortverzeichnis. An beidem wird wohl noch gearbeitet.

(Gefunden via Philoblog)

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank Arian für diesen wertvollen Beitrag! Werde mich zukünftig ausgiebig auf diesen Seiten tummeln. Ein absolutes „must-have“ für jeden Historiker. :o)

    Grüße,
    Dennis

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