Schwan lobhudelt dem Sozialismus

Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“ (Honecker 1989). Jetzt kommt noch der Schwan dazu. Soeben hat Prof. Gesine Schwan, die Anwärterin auf die Präsidenten-Nachfolgschaft von Horst Köhler, Marxismus- und Sozialismusforscherin, Mitgründerin des Seeheimer Kreises, wohlgemerkt der SPD-Konservativen, in einer Sondersendung der ARD den Sozialismus verharmlost, die radikalen Positionen der Linkspartei heruntergespielt mit Sätzen wie „an meiner Universität hat die Linkspartei erst ein zukunftsfähiges Finanzierungssystem ermöglicht…“ (sinngemäß).

Sie beharrt darauf, dass Linkspartei-Chef Lafontaine ein Populist sei – welch „schwerer“ Vorwurf, das sind mehr – über die gesamte sonstige Riege einschließlich des „Vielleicht-IM“ Gregor Gisy sagt sie gar nichts, aber abgesehen davon: Ist es nicht eine Verharmlosung radikaler Programmatik und unseriöser Forderungen auf allen Ebenen, die Politik einer Partei auf einige wenige positive Aspekte zu reduzieren, die sich in jeder, wirklich jeder noch so unglaublichen, antidemokratischen, radikalen Partei irgendwo finden? Auf diese Weise kann man jede Gruppierung im Laufe der Zeit „gesellschaftsfähig“ reden.

Machtanspruch um jeden Preis? Dem Amt und der Demokratie, so meine Einschätzung, nutzt die derzeitige Machtpolitik um das Amt des Bundespräsidenten jedenfalls nicht.

1 Kommentar

  1. In der Tat erschreckend, wie sehr es selbst vermeintlich „unlinken“ SPD-Mitgliedern an kritischer Distanz zur Linkspartei mangelt. Neben einem sehr pragmatischen Umgang mit Machtperspektiven zeigt sich hier einmal mehr, dass zwischen Sozialismus und „Sozialismus light“ (vulgo: Sozialdemokratie) eben nur ein gradueller Unterschied besteht.

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