1984: Mit Grüßen ans Wahrheitsministerium

1984 von George Orwell (1903-1950) gibt es beim Internet Archive als kostenloses englisches Hörbuch, gesprochen von Frank Muller, zum Download und Mitnehmen für den iPod. Zum Beispiel. Darauf muss Freiheitsfreund natürlich hinweisen. Der Dank für die Erwähnung geht an nomnomnom.

Da fällt mir auf: Würde es einem wirklichen Oceania mit Wahrheitsministerium, newspeak und allem was man braucht auffallen, wenn in den Regalen der Bibliotheken ein altes Buch stände, im Titel eine Jahreszahl, die schon lange Geschichte ist?

À propos: Warum hat die Politik eigentlich à la PR diese unglaubliche Tendenz zur Entsachlichung politischer Problematiken? In NRW gibt es unter FDP-Führung durch den geehrten Herrn Prof. Pinkwart zwar kein „Wahrheitsministerium“, aber immerhin ein „Innovationsministerium“.

Will heißen, definiere das Ergebnis im Namen. Dazu fehlt dann nur noch ein „Gerechtigkeitsministerium“ (Arbeit), ein „Glücksministerium“ (Soziales), ein „Reinlichkeitsministerium“ (Gesundheit) und ein „Diskretionsministerium“ (Bundeskanzleramt, evtl. Außenministerium), Unschuldsministerium (Entwicklungshilfe), „Mobilitätsministerium“ (Verkehr) und man hat eigentlich alles, was so ein Regierungsapparat benötigt.

Richtig? Fallen auf so etwas die Bürger herein? Was würde mir die Regierung für diese Beratungsdienste zahlen?

Nach freien Vertonungen oder Texten von Aldous Huxleys (1894-1963) ganz ähnlich intendiertem Brave New World, das gerade mal wieder auf meinem Nachttisch schlummert, hatte ich auch schonmal gesucht. Aber der Herr ist leider noch nicht lange genug verschieden bzw. das Werk nicht alt genug.

3 Kommentare

  1. Danke für den Hinweis… das waren wohl einfach zu viele Jahreszahlen ;-). Der arme Huxley lebte mit 69 Jahren gar nicht mal so kurz!

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