Unschuldsvermutung für JU-Bombendrohungs-Trickser?

Der Kerl, der mit einer fingierten Bombendrohung seinen Flieger in Verona erreichen wollte – ich hatte periphär so etwas in den Nachrichten mitbekommen – ist offensichtlich JUler? Ohne irgendwelche Schadenfreude über seine offensichtlich schamlose dämlichkeit, man kann schließlich für seine Parteifreunde nichts… ich habe mich doch ein wenig gewundert – habe ich das wirklich? – als ich das Folgende bei Netzpolitik gelesen habe:

Laut Süddeutsche.de hat der 27-jährige Tobias W., Funktionär der Jungen Union (JU) im Münchner Nordwesten, mit einer fingierten Bombendrohung am Flughafen von Verona versucht, seinen Flieger noch erwischen. Dabei stellte er sich so selten dämlich an, dass er nach einer Abfuhr am Schalter (weil schon geschlossen) anscheinend über sein Handy über 112 eine Bombendrohung “im Namen Allahs” für seinen Flug verkündete. Als er anschliessend wieder zum Schalter ging, um seinen Flieger doch noch zu bekommen, der ja warten würde, wurde er festgenommen: Es war halt nicht bekannt, dass es für genau diesen Flieger eine Bombendrohung gab. Lustige Geschichte. Ist die Karriere jetzt zu Ende oder war das erst der Anfang? (via netzpolitik)

Worauf allerdings zurecht in den Kommentaren bei Netzpolitik.org hingewiesen wurde: Bisher besteht laut Süddeutscher lediglich ein Verdacht. In solchen Fällen ist es gute Sitte, keine Namen zu schreiben. Mit der Information allerdings, dass der Verdächtige Kreisvorsitzender eines münchner JU-Kreisverbandes ist (die übrigens nicht gerade klein sind, das Amt ist damit nicht wirklich vernachlässigbar), ist die Sache trotzdem klar. In einer Minute hat jeder Interessierte den vollen Namen und die E-Mail-Adresse. Geht das in Zeiten googles nicht mehr anders? Oder hätte die Süddeutsche in ihren mittlerweile 2 Artikeln über das Thema nicht einfach ein bisschen unkonkreter bleiben können? Googelt man beispielsweise einfach nur nach Tobias und JU, erhält man gleich 380.000 Ergebnisse.

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