Die Zukunft der Olympischen Spiele: Verbaut

Einen Kommentar, der mir aus der Seele spricht hat Prof. Meckel auf ihrem Blog zur unglaublichen Selbstaufgabe des IOC in allen Fragen die die Olympischen Spiele in China und die dazugehörige Medienberichterstattung und chinesische Staatszensur betreffen verfasst.

Mit welcher Begründung sollte das IOC bitte bei den folgenden Olympischen Spielen eine derart unverschämte Beschränkung der Rechte aller Involvierten ablehnen können? Ohne dass die Organisatoren ihre gnadenlose Ãœberfordertheit bei der Organisation dieser Spiele eingestehen würde, ist das wohl kaum vorstellbar. Und danach sieht es nicht aus. „Naivität“ als Ausrede eines der großen internationalen zivilpolitischen Akteure, des IOC. Schade für die Spiele der Zukunft.

Meckel analysiert richtig:

Die Olympischen Spiele sind eine der großen Kommunikations- und Verständigungsplattformen der Weltgesellschaft. Das haben sie mit dem Internet gemeinsam. Das Netz zu blockieren und seine Nutzung einzuschränken, widerspricht im Kern dem Olympischen Gedanken – eine unfreie, wettbewerbsfeindliche und unsportliche Geste.

Dagegen hätte sich das Olympische Komitee mit Verve zur Wehr setzen müssen. Stattdessen erging nun die Anweisung des Deutschen Olympischen Sportbunds an die Athleten, sie dürften während der Spiele „keine journalistische Tätigkeit” ausüben. Dazu zählt „auch die Veröffentlichung eines Internet-Tagebuchs”. Gerne hätten wir gelesen, wie die Sportler die Situation in China wahrnehmen und einschätzen. Das wäre möglich gewesen, wenn der eine oder die andere gebloggt hätte. Auch diesen Ansatz haben die Sportfunktionäre nun geblockt. Die heißen übrigens Sportfunktionäre, damit der Sport funktioniert – koste es die Medienfreiheit, was sie wollen.

Und in den nächsten Tagen dürfen wir dann bestaunen, wie eine menschenverachtende, großmachtsphantastische, militaristische, ex-kommunistische, in Mao-Kriegsherren-Verehrung schwelgende sozialistisch-nationalistisch gefärbte Diktatur mit starkem Machterhaltungstrieb ihren Ruf mit Feuerwerken und Plingpling in der gesamten weltweiten Bevölkerung mit Fernseheranschluss derart aufbessern wird, wie es das schwere und bedauernswerte aber PR-technisch ganz nützliche Erdbeben von Sichuan niemals hätte schaffen können.

Fahnenschwenkende Kinder, Artisten, Feuerwerke, großartige Masseninszenierungen, keine erhobenen Kommunistengrußarme, die werden peinlichst vermieden, ebenso keine Bilder der riesigen Armeegarden, die rund um Beijing im Namen des „Kampfes gegen den Terrorismus“ in unglaublicher Zahl aufgezogen sind, keine Bilder der Schikanen gegenüber den Bürgern, erst recht denjenigen, die nicht in nationalistischem Eifer der Staatspropaganda hinterherzurennen bereit sind… das erwartet uns.

Ein Glück, dass ich vorerst keine Zeit zum Fernsehen habe.

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