Inkognito-Blogging?

Ich ertappe mich dabei, meine Beiträge vor dem Bloggen auf Correctness zu prüfen. Political Correctness (im Sinne meiner politischen Ãœberzeugungen), Physical Correctness (zu viele Kollegen, die offensichtlich dieses Blog kennen). Was tun? Ein „anonymes Pöbelblog“ ist mein Fall nicht, Selbstzensur genausowenig.

Einfach frei von der Leber schreiben? Eigentlich kennt mich jeder, der mich kennt als ehrlichen Kerl, hoffe ich, und auch sonst sage ich meistens was ich denke, außer das scheint aussichtslos oder fahrlässig. Bloggen funktioniert eigentlich nicht wie Artikelschreiben. Zumindest das Bloggen, das ich will, sollte offen, ehrlich schnell sein.

Dazu müssten aber auch die Leser, besonders diejenigen, die einen kennen, aber eben nicht so richtig, andere Maßstäbe an einen Blogartikel anlegen als an einen Artikel. Tun sie das? Tun sie das bei Twitter? Hat Twitter vielleicht ein anderes Authentizitäts-Niveau? Werden einem in 20 Jahren alte Twitter-Beiträge ausgegraben und um die Ohren gehauen? Ich meine Normalmenschen, nicht Möchtegern-US-Präsidenten. Ich grüble. Vielleicht liegt’s am Wetter.

Am Rande: Heute habe ich mich ein klein wenig gefreut. Kommunikation in der eigenen Partei ist ja nichts besonderes. Aber eine nette, persönliche Gratulation meines Fürther Oberbürgermeisters (80% SPD) zu erwähnter Wiederwahl-Zeitungsnennung im JuLi-Landesvorstand, das ist ein feiner Zug über die Parteigrenzen hinweg. Meine Hochachtung und herzlichen Dank.