„Für mich steht außer Frage, dass Herr zu Guttenberg ein Betrüger ist“

„Für mich steht außer Frage, dass Herr zu Guttenberg ein Betrüger ist… und er glaubt, er hat es nicht getan.“ Dieses Interview fasst bestmöglich treffend alles zusammen, was man zu Karl-Theodor zu Guttenberg sagen muss. Was man dazu nicht sagen muss, wurde in den letzten Sendungen von Anne Will bis Hart aber fair ausgebreitet. Im Interview mit dem BR ist der Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater, Prof. Oliver Lepsius. Guttenberg hat ganz offensichtlich betrogen. Nicht weniger. Wer so jemanden als Repräsentanten unseres Staates will, will Politiker, die Betrüger sind. Nicht weniger. Darüber ärgere ich mich.

  1. Die Uni Bayreuth hat nun ein ernsthaftes Glaubwürdigkeitsproblem. Alle anderen, die sich redlich in Wissenschaft und außerhalb um den akademischen Ruf Deutschlands, Bayerns und Bayreuths bemühen haben ein Riesenproblem. Darüber ärgere ich mich mindestens genauso. Und trotzdem arbeite ich weiter an meinem Doktor, von dem ich einmal wissen werde, was er Wert ist wie der von Tausenden anderen.
  2. Die Politik als solche hat ein Problem. Die anhaltende Beliebtheit zu Guttenbergs lässt für mich nur darauf schließen, dass offensichtlich der Ruf der deutschen Politik und der deutschen Politiker so miserabel ist, dass selbst Betrüger und Plagiatoren keinen schlechteren Ruf genießen. Das ärgert mich zum Dritten. Auch wenn ich seit 10 Jahren dagegen argumentiere und aufzähle, wie viele kompetente und integre Politiker ich persönlich kenne, wenn mich Bekannte außerhalb der Politik abfällig kritisch darauf ansprechen.
  3. Und dann ist zu Guttenberg noch der Phänotyp des Wunschpolitikers aus dem „sogenannten bürgerlichen Lager“, das für sich so gerne höhere moralische Ansprüche reklamiert, als sie die angeblich unethischen „Alternativen“ verträten. Eine Aussage, die ich schon immer für scheinheilig hielt, genauso wie die gesamte artifizielle Konstruktion eines angeblichen „bürgerlichen Lagers“, das außer von solchen angeblichen Werten keinerlei gemeinsame Grundsätze teilt.

So. Die nächsten Jahre müssen wir wohl diesen Murks dieses Herren in mühevoller Kleinarbeit wieder ausbügeln. Bis dann der nächste Verräter der guten Sache kommt.

4 Kommentare

  1. Was man dazu nicht sagen muss, wurde in den letzten Sendungen von Anne Will bis Hart aber fair ausgebreitet. Die aktuelle Stunde des Bundestages zu dem Thema passt auch noch in diese Aufzählung. Ich fand es grotesk, wie einen ein Parteibuch oder auch nur ein Koalitionsvertrag daran hindern kann, das Offensichtliche auszusprechen. So etwa wie es Prof. Lepsius hier getan hat.

  2. Sowas nennt man dann Fraktionszwang. Es ist in der Tat schon sehr erstaunlich, wozu einen eine Koalition macht. Das Prinzip: Interne Kritik. Keine Stimmen für Anträge der Opposition. Vielleicht ein Pressestatement, was man sich wirklich gedacht hat. Letzteres habe ich nicht mitbekommen. Ersteres gab es. Und „Keine Stimme für Anträge der Opposition“ steht natürlich im grundlegenden Widerspruch zu sachorientierter Politik, wie ich sie mir wünschen würde. Das Problem ist nur, an diese merkwürdige Tradition in deutschen Parlamenten halten sich wohl irgendwie alle, Koalition, Opposition. Ãœbrigens auch bei sachlich richtigen Anträgen.

  3. Ich sehe die Causa (Dr.) Guttenberg wird von Stunde zu Stunde besser! Bananenrepublik in weiter Art! Am Samstag protestieren 2000 Menschen für den hochgeborenen ex Dr. und Regierungsmitglied. Jetzt erntet er die wichtigsten Salben und Ehren des Reiches. Passt doch alles schön zusammen… P.S.: Falls Ihr irgendwelche Fragen habt, könnt Ihr sie auf folger Seite stellen:… (Link gelöscht wegen Spam-Verdacht).

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