„Die Welt“ prostituiert sich

Heute wäre mir beim Ausleeren des Briefkasten/Papierkorbes fast ein Versehen passiert. Naja. Im Nachhinein … vielleicht wäre es gar kein so großes Versehen gewesen. „Die Welt“ hat sich offensichtlich kaufen lassen von… einem großen deutschen Unternehmen, das mit fliehenden Kunden und schlechtem Aktienkurs zu kämpfen hat und „Magenta“ als Firmenfarbe hat. Ãœbrigens noch nicht einmal mit einem Angebot, das die grandiose Neuheit wäre. Es geht um inclusives Internetsurfen per Wap, aber nur über das Handy.

Die Welt prostituiert sich - Titelseitenwerbung am 07.05.2007

Die gesamte erste Seite der Tageszeitung wurde doch tatsächlich mit Werbung dieser Firma bedruckt und wäre deshalb beinahe mit geübtem Handgriff und der übrigen Werbung in den Papierkorb befördert worden. Wir haben nicht den ersten April. Wer mir trotzdem nicht glaubt, für den habe ich extra noch ein Foto gemacht.

Nicht dass ich jemals der Meinung gewesen wäre, die Welt wäre die Beste unter den deutschen Tageszeitungen. Ich lese sie eigentlich mehr, weil ich sie kostenlos bekomme. Wäre ich allerdings jemand, der wirklich die 1,40 € pro Ausgabe zahlen würde, dann wäre das schon eine ziemliche Unverschämtheit. Finde ich. Soviel Taktgefühl gegenüber den eigenen Lesern wäre eigentlich auch von einem Springer-Blatt zu erwarten gewesen, oder? Und das gerade jetzt, wo diese Zeitung mit der Einführung von „Welt Debatte“ in ihrem Netzauftritt gegenüber dem hervorragenden Ruf, den bei mir zeit.de genießt, Boden wettgemacht hatte.

Ich bin mal gespannt auf die morgigen Leserbriefe… und hoffe, sie fallen klar und deutlich aus.

Lokalisierung – Hemingway

Eigentlich gefällt mir das Theme „Hemingway“ ganz gut. Ist mal etwas anderes als diese ewigen Zwei- oder Dreispalter in allen möglichen Farben. Schön sachlich, clean, übersichtlich… Ich wäre aber nicht ich, würde ich es so übernehmen. Klar. Es gibt schon eine ganze Reihe Modifikationen davon.

Ich habe mich jetzt erst einmal daran gesetzt, Hemingway korrekt auf deutsch zu lokalisieren. Mit Hilfe von poedit. D.h. erst einmal das ganze Theme überhaupt für so eine Lokalisierung vorzubereiten. In Zukunft sollte es dann ganz einfach sein, ein Blog mit Hemingway in allen möglichen Sprachen aufzusetzten – wie bei WordPress selbst müssen dann nur die richtigen *.mo / *.po – Ãœbersetzungsdateien gesucht oder erstellt werden und fertig ist die Sache.

Warum der Aufwand? Ich spiele ja immer noch mit dem Gedanken, das Blog hier zweisprachig zu führen – ja „nur“ zweisprachig ;-) in französisch und 汉语 bin ich nicht fit genug für so etwas. Es wäre doch eine ganz verlockende Sache, wenn sich völlig automatisch per Klick nicht nur die Inhalte, sondern auch alles drumherum ganz automatisch in der jeweiligen Sprache präsentieren würde. Mal sehen ob ich das hinbekomme. Ein Plugin „Polyglot“ für die Sprachumschaltung gibt es ja schon. Es hakelt noch ein wenig – zumindest bei mir.

Wenn ich dann schon Hemingway „internationalisiert“ habe, denke ich, wäre es wohl auch sinnvoll, diese Version dann vor weiteren Anpassungen einfach mal hier anderen Bloggern zur Verfügung zu stellen – warum sollte jeder wieder von vorne anfangen. Mal sehen. Näheres dann in Kürze hier. Ich will es ja auch erst einmal ein wenig „bugfree“ machen. Ach ja. Da das Blog ja ohnehin noch nicht „public“ ist, gibts die Änderungen auch halbwegs live hier zu beobachten. Bis in Kürze!

Klassische Ideale

Klassische Ideale? Klar kommt es beim Bloggen auf die Inhalte an. Aber trotz allem: Weblogs liest man immer noch in seiner Freizeit. Ich finde, dass es daher durchaus angebracht ist, seinen Besuchern gegenüber auch ein bisschen guten Willen zu zeigen und die Form dem Inhalt anzupassen. Naja. So gut man das eben kann.

Ich jedenfalls finde es manchmal ein bisschen ermüdend, das einhundertste Standard-Blog mit orangenem Blogger.de-Banner zu lesen. Auch wenn das, was drin steht klasse ist. Und da ich eh einen Webspace zur Verfügung habe, den ich eigentlich einmal angeschafft habe, um allerlei Dateien praktisch parat zu haben und die Welt damit zu belästigen und – ich gebe es zu – auch ein bisschen, um meinen technischen Spieltrieb auszuleben, nutze ich den nun auch einmal für etwas anderes. Ob das sinnvoller ist, wird sich noch zeigen. Insofern: Seht es auch ein bisschen als ein Experiment, Ihr da draußen, die Ihr ganz ohne Zwang und völlig arglos diese Seite geöffnet habt und nun von mir diesen Text entgegengeworfen bekommt.

Auf den Punkt gebracht: Bis ich damit fertig bin, hier ein bisschen Form und Inhalt meinen Ideen davon näher zu bringen, bleiben erst einmal neue Posts aus. Macht aber nichts. Das ist nämlich nicht das erste Blog, an dem ich mitwirke – auch wenn die beiden anderen „rein“ politisch geprägt sind. Bis dahin gibt es auch weiterhin auf dem Weblog der JuLis Bayern und auf LiLo, dem liberalen Weblog an der Uni Erlangen-Nürnberg ab und zu den einen oder anderen Kommentar von mir zu lesen. Bis dann. Ich melde mich.

Ach ja, wer den Feed schonmal abonnieren will, der verpasst den Start dieser neuen, unbedeutenden Baustelle meiner persönlichen Interessen nicht (unter anderem freue ich mich nämlich darauf, endlich auch mal einen Platz zu haben, auf dem ich all das loswerden kann, was nicht politisch, sondern aus den Bereichen Physik oder Philosophie stammt, vielleicht im Web gefunden, und was meine Freunde ignoranterweise nicht mehr von mir hören wollen). Wenn nicht, dann verstehe ich das auch. Ich kaufe ebenfalls ungern die Katze im Sack.